Testbericht
Modell: | Unijet |
Hersteller: | Pichler /The World Models |
Spannweite: | 920 mm |
Länge: | 830 mm |
Gewicht leer: | 560 g |
Gewicht flugfertig: | 740 g |
Impeller: | 1 * 62 mm (Aussenläufer!) |
Material | Holz |
Baukasten | ARF |
Lieferumfang | Modell, 1 Impeller, 1 Brushless Motor |
Standschub: | 590g bei 10,8Volt 32 Ampere 34.000 U/min |
Erster Eindruck:
Der Karton, in dem das Modell geliefert wird, sieht recht klein aus: versandfreudige 86cm*25*15 cm misst er. Im Karton sind die Teile in zwei Ebenen, von Pappe getrennt, gut fixiert untergebracht.
Wo sind die Kleinteile?
Die Kleinteile befinden sich in numerierten Plastikbeuteln, deren Stückliste in der Anleitung zu finden ist. In einem separaten kleinen Karton sind Impeller und Brushless-Motor enthalten.
Im Test verbautes Zubehör
1 Regler Pichler XC-30 Ampere
4 Servos Conrad TS12 digitales 'Hubschrauberservo'
1 Polyquest 2000XQ 3S1P Lipo Akku
1 Futaba Empfänger R608FS
Was bleibt zu tun?
Sämtliche Ruderflächen müssen noch angeklebt werden. Der Motor ist in den Impeller und dieser in den Rumpf zu bauen. Die nötigen 4 Servos werden an ihre Halterungen geschraubt. Sehr schön die Halterungen für die Querruderservos, die jederzeit wieder geöffnet werden können.
Gut gemacht auch die Führung der Gestänge zum Höhen- und Seitenruderservo. Alle Punkte zur Befestigung der Ruderhörner sind markiert und die Passgenauigkeit der Teile ist rundherum gut.
Benötigt wird ein Empfänger mit (mindestens) 5 Kanälen (2* Querruder 1* Höhenruder 1*Seitenruder und 1 Regleranschluß).
Der Sender benötigt also keine Mischfunktion oder Querruderdifferenzierung, da es ein symmetrisches Tragflächenprofil ist. Sehr hilfreich ist es, wenn im Sender 30% Expo auf die Steuerfunktionen einstellbar sind, damit um die Neutrallage herum die Steuerwege gering sind und nach außen exponential grösser werden.
Der Antriebsakku
Ein 3-zelliger Lipo-Akku mit 2000 bis 2100 mAh und passendem Anschluss ist für den Antrieb einzubauen. Der drehfreudige Impeller zieht bei 10,8 Volt gut 32 Ampere Strom. Die sollte der eingesetzte Akku auch tatsächlich dauerhaft und nicht nur nach seinem Etikett liefern können. Die meisten Lipos in der 2100er-Klasse sollten das ab 15C leisten können.
Der Brushless-Regler
Wenn auch die Stromaufnahme im Flug auf Werte unter 30 Ampere zurückgehen wird, könnte ein 30 Ampere-Regler überfordert werden. Der im Testmodell verbaute Pichler XC-30 hat bislang problemlos gearbeitet.
Der Start:
Das Modell wird dank Fahrwerk vom Boden aus gestartet. Aufgrund des filigranen Bugrades sollte es schon eine recht ebene Startbahn sein. Der Wechsel auf ein etwas größeres Bugrad könnte hier möglicherweise hilfreich sein.
Alternativ bietet sich an, auf das Fahrwerk zu verzichten und aus der Hand zu starten. Sinnvollerweise sollte beim Erstflug von einem routinierten Starthelfer geworfen werden. Ein paar Schritte Anlauf zur Sicherheit und gerades Werfen, dann ist der Unijet ohne nennenswertes Durchsacken in der Luft. Es beschleunigt dank des recht kraftvollen Antiebes rasch und gewinnt schnell an Höhe so dass das Gas, pardon der Strom, zurueckgenommmen werden kann.
Der Flug:
Der Unijet ist auch mit 3/4-Gas munter unterwegs und hat bei Vollgas gute Leistung für Aufwärtsfiguren. Die Silhoutte unterscheidet sich wohltuend von anderen Modellen. Dazu trägt insbesondere die große Kabinenhaube mit den beiden passenden ultraleichten Pilotenfiguren bei. Sehr angenehm und für einen Trainer ein "Muss": die gelb-grüne Farbgestaltung der Flächen, um die Fluglage im Blick halten zu können. Nach ein, zwei Runden zum Feintrimmen bleiben Dank guter Ruderwirkung und kräftigem Antrieb keine Wünsche zum jettypischen Fliegen offen.
Die Landung:
Wie viele andere Impellerjets auch, lässt sich der Unijet ohne Antrieb problemlos zur Landung steuern und zum Schluss stärker angestellt butterweich „ablegen“ oder aufsetzen.
Der Eindruck:
Der Unijet ist weitestgehend aus gelaserten Holzteilen fertig zusammengebaut und mit mehrfarbiger Folie bespannt. Für ein Modell dieser Größe wird damit neben der besonderen Rumpfform ein geringes Gewicht erreicht.
Der Unijet ist nicht so unempfindlich wie ein "Schaummodell" und bietet sich für den erfahreneren Propeller-Umsteiger oder als zweites Impellermodell an.
Der freiliegende Impeller birgt zwei technische Besonderheiten:
Zum Einen wird auch hier -in der Impellerszene recht neu- ein 6-poliger Aussenläufer eingesetzt, zum Anderen wird der Impellerrotor direkt über die Motorglocke gestülpt. Der Rotor war aussergewöhnlich gut gewuchtet und der gesamte Impeller läuft hervorragend vibrationsfrei.
Mit rund 600 Gramm Schub kann sich der Antrieb sehen und hören lassen.
Sehr gut gefällt auch das Kühl-Konzept von Akku und Regler: die Kabinenhaube hat einen kaum sichtbaren Kühllufteinlass und am Rumpfende sind die entprechenden Auslassöffnungen angebracht.
Einzig negativ aufgefallen ist die zwar gut bebilderte, aber nur englischsprachige Anleitung.
Das Potential:
Beim Unijet gibt es im positiven Sinne nichts mehr zu tunen. Das Modell ist als Trainer ausgelegt und erfüllt diese Aufgabe hervorragend.
Fazit:
Es handelt sich beim Pichler/TWM Unijet um ein gut verarbeitetes und vorbereitetes ARF-Modell für den fortgeschrittenen Modellpiloten als Einstieg in die Impellerfliegerei mit ein wenig "mehr" Übung aufgrund der Holzkonstruktion. Dem weniger Erfahrenen wird dieses Modell als zweites nach einem Schaummodell empfohlen. Beachtenswert ist der hohe Vorfertigungsgrad in traditioneller Holzbauweise.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an
Felix Neubauer für die Fotos und Video sowie
Willem Persson als Starthelfer.
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